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Zeugnisse der
Antike kommen ans Licht
Sie wollen mal direkt in der Wohnung eines reichen, römischen
Staatsbürgers stehen, seine Einrichtung bewundern und sehen,
wie er mal gelebt hat? Oder die Stadtmauer einer längst
untergegangenen Kultur bestaunen, in den alten Hafen
Konstantinopels – des heutigen Istanbuls – blicken. All das
ist nun bei einer Türkeireise möglich. In den vielen
Kulturstätten des Landes treten immer neue Zeugen der Antike
in Erscheinung und werden den Urlaubern zugänglich gemacht.
An der nördlichen Ägäisküste zum Beispiel, liegt die antike
Stadt Ephesos. In vergangenen Zeiten zählte die Stadt der
Antike 250.000 Einwohner und war damit eine Weltmetropole.
Erst vor kurzer Zeit wurde das „Hanghaus 2“ für Besucher
freigegeben. Es handelt sich bei dem Hanghaus um eine sehr gut
erhaltene Nobelvilla aus der Kaiserzeit des Römischen Reiches.
Das Gebäude hatte sieben Wohneinheiten von großzügigen 170 bis
900 Quadratmetern. Prachtvolle Fresken, Mosaiken sowie Marmor-
und Buntsteinvertäfelungen schmückten die Böden und die
Fassaden.
| Umgestürzte
Säulen hat man wieder aufgerichtet und Verzierungen
restauriert. Auch das Inventar ist noch teilweise
vorhanden. So erhält man hier einen exzellenten Eindruck
vom Alltagsleben reicher, römischer Staatsbürger. |
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Die Hauptstadt der Hethiter war
Hattusa, ca. 150 km östlich von Ankara. Heute gehört die
ehemalige Hauptstadt zu den bedeutendsten archäologischen
Stätten der Türkei und steht unter dem Schutz des
UNESCO-Weltkulturerbes. Die Hethiter waren eine Großmacht im
2. Jahrtausend vor Christus – ihr Reich erstreckte sich über
ganz Kleinasien bis ins heutige Syrien. Nun sind große Teile
der Stadt für Touristen zugänglich gemacht worden. Es wurden
Teile der Stadtmauer Hattusas wieder hergestellt. Auf einer
Länge von 65 Metern kann man den imposanten Wall in
originalgetreuer Bauweise bewundern. Die in der Rekonstruktion
der Mauer und Türme genutzten Lehmziegel wurden auf
traditionelle Weise hergestellt.
Das Orakel von Didyma
In Didyma an der südlichen Ägäis befindet sich die größte
Tempelanlage der Türkei, das Didymaion, welches die
bedeutendste Orakelstätte Kleinasiens beherbergte. Vom 8. Jh.
v. Chr. an leiteten Priester die Orakelsprüche des Apollon
weiter und nahmen so Einfluss auf die Politik. Das
Tempelgebäude ist für Urlauber bereits zugänglich. Nun soll
die Anlage unter Leitung des Stuttgarter Architekturprofessors
Peter Schneider und einem interdisziplinären Team für
Touristen erschlossen werden. Ziel ist auch, sich als
Weltkulturerbe der UNESCO zu bewerben.
Immer neue Entdeckungen – Istanbul
und Umgebung
Beim Bau eines U-Bahnhofes in Istanbul stieß man 2005 auf eine
Vielzahl von Tonkrugscherben. Wie sich herausstellte, sind sie
mehr als 1.500 Jahre alt. Nun hat sich die Baustelle zur
größten Ausgrabungsstätte der Stadt ausgeweitet. Ans Licht kam
in dem heutigen Istanbul der antike Hafen Konstantinopels, der
nach dem letzten römischen Kaiser Theodosius benannt wurde.
Acht tausend-jährige Schiffe, eine Kirche, ein Stadttor und
zehntausende kleinerer Funde beschäftigen die rund 350
Arbeiter. Geplant ist die Verlegung des U-Bahnhofes, damit
hier ein Museum entstehen kann.
Zurzeit beginnen auf der Gallipolli-Halbinsel am Marmara-Meer
die Ausgrabung der antiken Königsstadt Lysimacheia. Sie wurde
309 v. Chr. gegründet und 144 v. Chr. durch die Thraker
zerstört. Die Bedeutung der Stadt ist aus antiken Schriften
bekannt, doch fanden bisher hier noch nie Ausgrabungen statt.
Ein internationales Forscherteam, unter anderem von der
Universität Münster, widmet sich nun aktiv dieser
Königsmetropole.
Funde aus der Urzeit
Einen sensationellen Fossilienfund vermeldet der Ort Elmacik
bei Kemer. Ers kürzlich wurde das Skelett eines 11 Millionen
Jahre alten Mastadons gefunden. Das Tier gilt als Vorfahre des
Elefanten. Wissenschaftler der Universität Burdur haben in dem
Gebiet bereits eine Vielzahl von Tierskeletten ausgegraben.
Angestrebt ist die Eröffnung eines natur-historischen Museums
in Burdur, vielleicht sogar in einer Höhle.
Troja erhält eine weltweit einmalige
wissenschaftliche Fachbibliothek
Der verstorbene Tübinger Archäologe Manfred O. Korfmann
leitete jahrelang die Ausgrabungen des antiken Troja. Die
Stätte in der Nord-Ägäis wurde durch seine Verdienste zum
Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. Urlauber werden hier von
einer Nachbildung des Trojanischen Pferdes empfangen. Ende
August wird nun Korfmanns Privatbibliothek mit 5.000
wissenschaftlichen Werken der Universität Çanakkale (bei
Troja) übergeben und steht zur Ausbildung junger Archäologen
und wissenschaftlichen Besuchern zur Verfügung. Die
Ausgrabungen gehen weiter: Korfmanns Team sucht vor allem nach
bronzezeitlichen Gräbern.
Es werden nicht die letzten Funde sein, denn das Gebiet der
heutigen Türkei beherbergte siebzehn Zivilisationen und ist
damit ein Land voller archäologischer Schätze: frühe
Höhlenmalereien, griechische sowie römische Bauten, osmanische
Kunstwerke und neun Weltkulturerbe….
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