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Der Mevlana Orden in Konya


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Warum sich Derwische um den großen Philosophen drehen
„Unkraut wächst in zwei Monaten, eine rote Rose braucht dafür ein ganzes Jahr". Eine Weisheit, die zwar sehr alt ist,  bis heute noch seine Bedeutung noch nicht verloren hat.

Der islamische Philosoph Mevlana Celaleddin Rumi (1207-1273) hat diesen Ausspruch gemacht. Er zählt zu den wichtigsten Vertretern der orientalischen Literatur. Im Jahr 2007 jährte sich sein Geburtstag zum 800sten Mal. Ihm zu Ehren hatte die UNESCO 2007 zum "Mevlana-Jahr" ernannt und würdigt weltweit mit Veranstaltungen und Feierlichkeiten das Wirken dieses mystischen Dichters.

Eine besondere Bedeutung hat Mevlana für die Türkei
Der Philosoph Mevlana hat im türkischen Konya viele Jahre lang gelebt und den berühmten Mevlevi-Derwischorden gegründet. Noch heute ist dieser Orden ein lebendiger Teil der türkischen Kultur. Die Feierlichkeiten ihm zu Ehren erreichten in Konya am 17. Dezember 2007 den Höhepunkt. am Todestag Mevlanas, Als die "Seb-i Arus" (Hochzeitsnacht) zelebriert wurde. Anhänger Mevlanas aus der ganzen Welt kamen zu diesem Spektakel.

Auch in Deutschland ehrte das Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Türkei den 800. Geburtstag Mevlanas. Eine große Aufführung ehrte den Philosophen Mevlana auch in der deutschen Hauptstadt.

 

Im Rahmen der feierlichen Mevlevi "Sema"-Zeremonie verwandelte sich am 23. November das Berliner Kongress-Zentrum ICC in einen Ort der Derwische. Die Sema-Zeremonie wurde von dem "Konya-Ensemble für Türkische Tasavvuf-Musik" aufgeführt. Aufgenommen ist es auch in die Liste der "Masterpieces of the Oral and Intangible Heritage of Humanity" aufgenommen.

 
Die tanzenden Derwische von Konya - Türkei

Auf der spirituellen Suche nach Gott helfen die sieben Weisheiten Mevlanas
Mevlana war kein Heiliger, er hat aber dennoch sehr viel für den Glauben der Menschen getan und zählt bis heute zu den einflussreichsten Vertretern des Sufismus, der spirituellen Richtung des Islam. Die orientalische Literaturgeschichte wurde von seinen Schriften und vor allem seine Liebeslyrik entscheidend geprägt. Das bedeutendstes Werk von ihm, das klassische Lehrbuch der Sufis, heißt "Matnavi". Die 25.700 mystischen Verse des Gedichts sollen zu den schönsten gehören, die jemals geschrieben wurden. Matnavi wird auch als "Koran in persischer Sprache" bezeichnet und unterstreicht die enorme Bedeutung dieses großen Philosophen.

Mevlana gab seinen Anhängern sieben Weisheiten auf den Weg, die ihnen auf der Suche nach Gott helfen sollten:

          1. Sei großzügig und hilfsbereit wie ein Bach
          2. Sei gütig und barmherzig wie die Sonne
          3. Verstecke die Fehler Anderer wie die Nacht
          4. Sei gewaltig und nervös wie ein Toter
          5. Sei bescheiden und schlicht wie die Erde
          6. Sei tolerant wie das Meer
          7. Zeige dich entweder so wie du bist oder sei, wie du dich zeigst

Mevlana war sein Leben lang mit der Stadt Konya eng verbunden. Sein Vater würde vom Sultan zur Universität von Konya berufen wurde. Er übernahm dort den Lehrstuhl für Islamwissenschaften, als er gerade 20 Jahre alt war. Bis an sein Lebensende lebte und wirkte er in der Stadt.

Seine Bedeutung wird gewürdigt durch das Mevlana-Mausoleum, ein Wallfahrtsort und Wahrzeichen Konyas, zu dem jährlich die Sufis an seinem Todestag pilgern. In Konya gründete Mevlana auch den bekannten Mevlevi-Derwischorden. Durch Meditation, Askese und rituelle Tänze versucht er seine Individualität aufzugeben und eine reine Seele zu erreichen. Mit dem Ziel, Gott so nahe wie möglich zu kommen.

Ekstatischer Tanz schlägt eine Brücke zwischen Gott und Mensch
Bezeichnend für die Suche nach Gott ist der berühmte Tanz der Derwische, auch Sema-Zeremonie genannt. Sema lässt sich mit "beim Hören von Melodien in Verzückung geraten und sich, das Selbst vergessend, zu drehen" übersetzen. Dadurch symbolisch die Schöpfung und das Streben des Menschen zur Vollkommenheit ausgedrückt werden. Der bis zu 45 Minuten andauernde ekstatische Tanz fand erst nach Mevlanas Tod durch die Mevlevi seinen eigentlichen Platz als zentrale Ausdrucksform ihres Glaubens, indem sie ihn in ihre religiösen Rezitationsgesänge einbauten.

Der Scheich symbolisiert in der Darbietung die alles erhellende Sonne, die tanzenden Semazen übernehmen die Rolle der Sterne und Planeten, die um die Sonne kreisen. Der Sema-Tanz gehört zu einem symbolischen Ganzen. Um ihr irdisches Dasein zu unterstreichen, tragen die Derwische zu Beginn des Tanzes schwarze Umhänge, die sie während der rituellen Darbietung symbolisch abwerfen. Das weiße Gewand, das sie darunter tragen, symbolisiert den Himmel, das göttliche Universum und die Psyche.

Beim Tanzen drehen sich die Semazen ekstatisch in einem großen Kreis und um sich selbst. So entsteht ein sich drehendes Sternenbild. Sie richten eine Hand gen Himmel, die das göttliche Licht empfängt, die andere Hand zeigt gen Boden, um das empfangene Licht an die Erde weiterzuleiten. So bilden sie eine Brücke zwischen Gott und den Menschen. Immer stärker tanzen sich die Derwische dabei in Ekstase, bis sie schließlich in sich "zusammensacken" - dem symbolischen Tod des Körperlichen und dem Einswerden mit Gott.

Ein kultureller Beitrag, den Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten, wenn sich ihnen einmal die Gelegenheit eine Aufführung bieten sollte.

Fotoquelle: Ministerium für Kultur und Tourismus

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